Die vielen Universen
Lehren der Rishis
Wie sehen die Rishi verschiedene Universen in der Abfolge oder auch Paralleluniversen?
Das Konzept des Multiversums und von Paralleluniversen ist in den Visionen der Rishis vollkommen selbstverständlich. In den Sanskrit-Schriften nutzen sie den Begriff Ananta Koti Brahmanda, was wörtlich übersetzt „unzählige Milliarden von kosmischen Eiern (Universen)“ bedeutet.
Die Rishis beschreiben das Multiversum sowohl in einer zeitlichen Abfolge (zyklisch) als auch in einer gleichzeitigen, räumlichen Parallele (Koexistenz).
In Texten wie dem Brahma Samhita und den Puranas wird die Entstehung von Universen in der Zeitfolge als ein biologischer, rhythmischer Prozess der höchsten kosmischen Urkraft (Maha-Vishnu) beschrieben:
- Die Ausatmung: Wenn Maha-Vishnu ausatmet, strömen Millionen von Universen (als kosmische Eier) gleichzeitig aus den Poren seiner Haut und aus seinem Mund. Sie dehnen sich aus, entwickeln sich und existieren für die Dauer von Milliarden von Jahren.
- Die Inhalation: Wenn er wieder einatmet, kollabieren all diese Universen und werden wieder vollständig in ihn hineingezogen (Urknall und „Big Crunch“ im ewigen Wechsel).
- Dieser Vorgang wiederholt sich seit aller Ewigkeit, sodass ein Universum auf das nächste folgt, jedes mit eigenen Sternen, Welten und Epochen.
2. Gleichzeitige Paralleluniversen (Die Seifenblasen im kosmischen Ozean)
Die Rishis lehrten, dass die unzähligen Universen gleichzeitig nebeneinander existieren. Sie treiben wie Seifenblasen oder Schaumkronen auf einem riesigen, transzendentalen Ozean (dem Kausal-Ozean oder Karana Odaka).
Das Besondere an der Sichtweise der Rishis zu diesen Parallelwelten umfasst folgende Aspekte:
- Jedes Universum hat sein eigenes Schöpferteam: Die Rishis erklären, dass jedes einzelne Universum über einen eigenen Schöpfergott (Brahma), Erhalter (Vishnu) und Zerstörer (Shiva) verfügt.
- Unterschiedliche Dimensionen und Größen: Die Universen sind nicht alle gleich groß. Das Srimad Bhagavatam erzählt eine berühmte Geschichte, in der der vierköpfige Brahma unseres (relativ kleinen) Universums hochmütig wird. Krishna ruft daraufhin die Brahmas aus anderen Paralleluniversen herbei. Es erscheinen Brahmas mit 10, 100, 1.000 oder gar einer Million Köpfen, weil ihre jeweiligen Heimatuniversen weitaus gigantischer und mehrdimensionaler sind als unseres.
- Jedes Universum ist isoliert: Jedes Universum ist von sieben dichten, gigantischen Elementarschichten (Erde, Wasser, Feuer, Luft, Äther, Gesamtenergie und kosmisches Ego) umhüllt. Jede Schicht ist zehnmal dicker als die vorherige. Dies macht es für normale Lebewesen unmöglich, die Grenze zu durchbrechen und in ein anderes Paralleluniversum zu reisen.
3. Psychologische und spirituelle Parallelwelten (Das Yoga-Vasishtha)
Im philosophischen Meisterwerk Yoga Vasishtha geht der Weise Valmiki noch einen Schritt weiter und beschreibt Parallelwelten im Stil moderner Quantenphysik:
- Der Weise Vasistha erklärt, dass in jedem Atom des Raumes unzählige andere Universen existieren, die sich gegenseitig nicht wahrnehmen.
- Er beschreibt Welten, die fast identisch mit der unseren sind, in denen dieselben Personen leben, aber andere Entscheidungen getroffen haben oder andere Schicksale erleiden (alternative Zeitlinien).
- All diese Universen existieren im unendlichen Raum des reinen Bewusstseins (Chidakasha).
Fazit der Rishis
Für die Rishis war die unendliche Vielfalt an Paralleluniversen und deren zeitliche Abfolge kein Grund zur Verwirrung, sondern der ultimative Beweis für die Unbeschränktheit des Göttlichen. Sie sahen all diese Welten als eine gigantische, mehrdimensionale Projektion, die letztlich aus ein und derselben Quelle – dem absoluten Bewusstsein (Brahman) – entspringt und wieder dorthin zurückkehrt.
KI-Antworten können Fehler enthalten. Weitere Informationen